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Webanalyse und Google Analytics - Ist der Einsatz rechtmäßig?

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Google gelangt mir seiner Anwendung Analytics immer wieder in die Medien da Daten von Internetnutzern Ausgewertet werden. Was passiert wirklich?

Wenn man sein Unternehmen oder ein Produkt im Internet bewirbt, führt kein Weg an Webanalyse vorbei, da ja der Erfolg dieser Werbemaßnahme bewertet werden sollte. Nur so können Probleme identifiziert und Verbesserungen entwickelt werden.

Google Analytics

Ein populäres Werkzeuge um Webanalyse zu betreiben ist Google Analytics. Es wird von Google unentgeltlich zur Verfügung gestellt und kann sehr einfach in eine Website eingebunden werden. Es gibt allerdings datenschutzrechtliche Bedenken gegen den Einsatz von Google Analytics. Der Düsseldorfer Kreis in Deutschland befindet den Einsatz von Google Analytics für unzulässig da die IP Adressen der Benutzer als personenbezogen erachtet werden. Diese IP Adressen werden an Google ermittelt und dort nach eigenen Angaben täglich nach der Verarbeitung gelöscht.

Österreich

In Österreich wird die IP-Adresse nur dann als Personenbezogen erachtet, wenn man selbst ein Internetprovider ist. Google oder ein Analytics-Anwender kann ja nicht direkt von der IP Adresse auf einen Benutzer schließen. Allerdings kann Google leicht eine IP Adresse einem bei Google registrierten Benutzer zuordnen, wenn sich dieser bei Diensten wie zum Beispiel Google Mail anmeldet. Nach eigenen Angaben tut dies Google aber nicht:
"Die Daten, die Google Analytics erhebt, werden von Google für nichts anderes verwendet, als den Website-Betreibern, die Google Analytics verwenden, die Nutzung ihrer Seite aufzuzeigen."
Quelle: GoogleWatchBlog vom 08.01.2010

Bis heute gibt es in Österreich und Deutschland noch keine einschlägigen Gerichtsurteile, für Österreich liegen nicht einmal Empfehlungen von öffentlichen Stellen zum Einsatz von Webanalysetools vor. Somit liegt der Einsatz von Google Analytics in einer rechtlichen Grauzone da niemand weiß wie im Klagsfall die Details des Datenschutzgesetzes interpretiert werden.

Reaktion von Google

Um die Situation zu Entschärfen will Google in Kürze ein Browser-Plugin bereitstellen, welches ein Tracking durch Google Analytics verhindert (Veröffentlichung im Google Analytics Blog).
Dies Maßnahme wird aber kritisiert da man einem durchschnittlichen Benutzer die Installation eines Plugins nicht zumuten kann. Weiter Details finden Sie im GoogleWatchBlog.

Die Nutzungsbedingungen

Beim Einsatz von Google Analytics und anderen Werkzeugen muss sich der Anwender jedenfalls an deren Geschäftsbedingungen halten. Diese sehen üblicherweise einen Hinweis für Websitebesucher vor, der mehr oder weniger auffällig veröffentlicht werden muss. Hier zum Beispiel ein Auszug aus §8 der AGB von Google Analytics:

"Sie sind verpflichtet, sämtliche auf die Nutzung des Service und die Erhebung von Daten über Besucher Ihrer Websites anwendbaren Datenschutz- und Persönlichkeitsrechtsbestimmungen einzuhalten. Sie sind ferner verpflichtet, an prominenten Stellen Ihrer Websites eine sachgerechte Datenschutzpolicy zu dokumentieren (und sich an diese zu halten). Auch werden Sie alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, die Aufmerksamkeit der Nutzer Ihrer Website auf eine Erklärung zu lenken, die in allen wesentlichen Teilen wie folgt lautet:..."

Fazit

Wenn man die öffentliche Diskussion rund um Webanalyse beobachtet, stellt man fest, dass diese nur selten auf einer sachlichen Ebene stattfinde. Da Webanalyse für professionelle Webauftritte aber unabdingbar ist, bleibt nur zu hoffen, dass die Gesetzgeber eine klare Regelung treffen werden.

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