Der „Codex“ der Römer hat nach seiner Erfindung langsam aber sicher die bis dahin üblichen Schriftrollen abgelöst. Trotzdem spielt das „Scrollen“ heute auf fast allen Websites eine entscheidende Rolle. Dies ist allerdings wenig verwunderlich, treffen doch die meisten Nachteile der Schriftrollen, geringe Haltbarkeit und mühsames Finden von Textstellen, auf Websites nicht zu. Es ist aber sehr empfehlenswert, über den Sinn des vertikalen „Scrollens“ nachzudenken.
Orientierung auf Websites
„Eye Tracking“ Untersuchungen zeigen auch, dass bei Websites ohnehin nur der obere Teil betrachtet wird (Jacob Nielsen: „Scrolling and Attention“). Jacob Nielson hat seine Meinung zum Scrolling zwar schon 1997 geändert, dennoch reduziert es die Usability einer Website: „The change from 1994 is that scrolling is no longer a usability disaster for navigation pages. Scrolling still reduces usability, but all design involves trade-offs, and the argument against scrolling is no longer as strong as it used to be.”
Auch wenn das „Scrollen“ inzwischen eine akzeptierte Navigationsmethode ist, sollte nicht auf die Möglichkeit des Blätterns vergessen werden. Besonders auf Tablets kann blättern eine natürlichere Alternative zum „Scrollen“ sein.
Wie kann blättern umgesetzt werden?
Die Entwicklungen rund um HTML5 ermöglichen es, das Blättern optisch ansprechend umzusetzen. Dies gelingt entweder mittels JavaScript (z.B. turn.js oder Pageflip) , oder auch direkt vom Browser über CSS3 (W3C Editor’s Draft). Auch Flash ist eine Alternative (z.B. Megazine), im Hinblick auf mobile Plattformen ist dieser Weg oft nicht empfehlenswert. Opera hat einen experimentellen Browser erstellt, Opera Reader, der die Vorzüge des Blätterns an einigen Beispielen demonstriert.
Ob scrollen, blättern oder eine Mischung aus beiden eingesetzt wird, dem Website-Besucher muss das Weiterlesen schmackhaft gemacht werden. Manche Websites die Parralax Scrolling einsetzen zeigen, dass blättern und scrollen auch auf elegante Weise verbunden werden können (z.B. http://www.iutopi.com/). Ohne Anreiz der nicht sichtbaren Bereiche der Seite zu erforschen, werden Besucher einfach weiterklicken. Wir helfen Ihnen dabei herauszufinden, wie Sie Ihre Inhalte optimal präsentieren!
